Erst einmal: Ein glückliches neues Jahr 2012! :-)
So, nun gleich on topic: Auf youtube hat eine Userin eine Liste ihrer Top-10-Musical-Verfilmungen angelegt. Platz 10 belegt die MGM-Verfilmung von Kiss Me, Kate. Das Video enthält zuerst eine sehr schön gemachte Inhaltsangabe und dann eine Kritik:
Ein Clip, der sich wirklich lohnt, wenn man sich einen ganz raschen Überblick über die Verfilmung verschaffen möchte! Auch die Gedanken der Erstellerin dazu sind interessant, wenngleich ich sie nicht zur Gänze teile:
In erster Linie stimme ich nicht zu, dass die Verfilmung besser wäre als das Originalstück. Dieser Film hat ohne Zweifel seine Qualität. Aber was mMn den Genuss einer guten(!) Bühnenaufführung des Originaltextes ausmacht, ist die Theaterluft, die Live-Atmosphäre, die den Reiz des Konzeptes vom Theater im Theater noch einmal wesentlich überhöht - auch durch die fast konsequent eingehaltene Echtzeit, in der die Geschichte gezeigt wird. Im Film ist das ja schon mal durch den Prolog nicht gegeben, der mehrere Monate vor dem Premierenabend angesiedelt sein muss. Die Userin betont, dass sie diesen Prolog sehr schätzt, und ich finde ihn ebenfalls wirklich gut gemacht, die Figuren und ihre Beziehungen zueinander werden nachvollziehbar eingeführt; aber dieses durchgehende Theaterfeeling des Originaltextes ist halt dadurch nicht mehr gegeben.
Die Userin spricht von Längen der Theaterversion; diese Längen gibt es in einer gelungenen Inszenierung nicht, in den Staaten (woher die Userin dem Akzent nach stammt) wird aber leider meist zu konservativ inszeniert und die veralteten Schmähs (und die gibt es) werden nach wie vor meist unverändert runtergeleiert; ja, da kann es schon zu langweiligen Momenten kommen.
In den Details stimme ich hingegen zu: Die Duett-Version von "So in love" ist superschön gesungen und glaubwürdig und ergreifend dargestellt, da wird die Gefühlswelt zwischen Lilli und Fred bereits eingangs ganz deutlich vermittelt. Howard Keel ist ein großartiger Fred, Kathryn Grayson eine wunderbare Lilli (dass sie einerseits ganz "shrew" ist, man sie andererseits aber doch auch gern hat, finde ich eine ganz wesentliche Beobachtung). "Too Darn Hot" in der Version von Ann Miller ist natürlich auch ein Highlight, obwohl ich die Idee im Originaltext, dass das erschöpfte und überhitzte Ensemble der Widerspenstigen das in der Vorstellungspause singt, schon fast noch besser finde, da kann man sich auch regietechnisch einiges einfallen lassen (In zwei Inszenierungen habe ich zB gesehen, dass zu Beginn von "Too Darn Hot" nochmals der Schluss vom Finale 1. Akt von hinten gezeigt wurde).
Wie ich schon früher einmal ausgeführt habe, sehe ich die größte Verbesserung bei der Filmversion gegenüber dem Originaltext im Dialog gegen Ende, bevor Lilli das Theater verlässt. Siehe dazu die letzten Absätze meiner Gedanken zur Verfilmung hier.
Eines muss ich aber klar sagen: Zum Kiss Me, Kate-Fan wurde ich nicht, als ich die MGM-Verfilmung seinerzeit mit 17 oder 18 erstmals gesehen habe. Zum ECHTEN Fan wurde ich erst, als ich 2005 die DVD vom Broadway-Revival des Originalstückes erworben habe. ;-)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen